Die wesentlichen Ergebnisse der DIHK-Konjunkturumfrage Herbst 2018

79 Industrie- und Handelskammern fragen, rund 27.000 Unternehmer antworten

Geschäftslage

Die deutsche Wirtschaft läuft noch immer auf hohen Touren. Die Bauwirtschaft schätzt ihre Wirtschaftslage so positiv ein wie noch nie. Auch Handel und Dienstleister profitieren von der starken Binnennachfrage. Das Bild bleibt aber nicht ungetrübt: Industrie und hierbei besonders Großunternehmen spüren, dass der Wind international rauer wird. Sie machen bei der Bewertung ihrer Geschäftslage im Herbst 2018 bereits Abstriche.

Geschäftserwartungen

Die Unternehmen blicken merklich verhaltener auf ihre künftigen Geschäfte – die stärkste Eintrübung der Geschäftserwartungen seit vier Jahren. Besonders deutlich zeigt sich das in der Industrie. Hemmnisse und Risiken spüren die Betriebe noch stärker als im Frühsommer. Das Top-Risiko Fachkräftemangel gewinnt nochmals an Bedeutung. Hinzu kommen schwierigere wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen – und zwar in Deutschland und weltweit. Dabei schlagen die eingetrübten internationalen Perspektiven der deutschen Unternehmen am stärksten ins Kontor. In puncto Energie- und Rohstoffpreise kommen – zu den hierzulande hohen und absehbar weiter steigenden Stromkosten – Belastungen durch höhere Öl- und Gaspreise hinzu.

Exporterwartungen


Die Ausfuhrerwartungen erhalten einen deutlichen Rückschlag. Der Exporterwartungssaldo liegt nun unter seinem langjährigen Durchschnitt. Die handelspolitischen Verwerfungen verunsichern die Unternehmen und hinterlassen bereits sichtbare Spuren im Geschäft. Die Unternehmen befürchten, dass die grassierenden Handelskonflikte, insbesondere zwischen der USA und China, sich im Laufe der nächsten zwölf Monate gravierend auf den Handel niederschlagen. Gerade Investitionsgüterproduzenten erwarten vor diesem Hintergrund ein Abflachen ihres internationalen Geschäfts. In vielen wichtigen Absatzmärkten zeichnet sich eine langsamere konjunkturelle Gangart ab. Die Schwellenländer fallen als Wachstumstreiber in nächster Zeit zumindest teilweise aus.

Investitionsabsichten

Die gestiegene Unsicherheit der Unternehmen spiegelt sich auch in einer etwas nachlassenden Investitionsdynamik wider. Weniger Betriebe als zuletzt wollen ihre Budgets ausweiten. Insgesamt verbleiben die Pläne jedoch auf solidem, hohem Niveau. Neben den günstigen Finanzierungsbedingungen sind hierfür nicht zuletzt die in vielen Bereichen hohe Kapazitätsauslastung sowie die Digitalisierung in den Betrieben ursächlich. Kapazitätsausweitungen und Produktinnovationen bleiben dabei auch im Herbst 2018 wichtige Investitionsmotive. Am aktuellen Rand steigt zudem leicht der Anteil der Unternehmen, die Investitionen in Rationalisierungsmaßnahmen planen. Hier zeigt sich der schon lange beklagte Fachkräftemangel. Beschäftigungsabsichten Der deutliche Rückgang der Geschäftserwartungen schlägt sich bisher nur bedingt in den Beschäftigungsabsichten nieder. Die Beschäftigungspläne gehen gegenüber dem Frühsommer nur leicht zurück. Gerade in Zeiten knapper Fachkräfteverfügbarkeit halten Unternehmen an ihren qualifizierten Teams fest. Trotz zurückhaltendender Konjunkturerwartungen und trotz der Sorgen um steigende Arbeitskosten setzt sich der gesamtwirtschaftliche Beschäftigungsaufbau auch im vierzehnten Jahr fort – wenngleich mit etwas verringertem Tempo.

Die kompletten Umfrageergebnisse gibt es hier zum Download.

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