Aus- und Weiterbildung


Bildungslandschaft

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Wirtschaftsfaktor

  • Die Bildungslandschaft Australiens gilt im internationalen Vergleich sowohl als hochentwickelt als auch kommerzialisiert. Bildung ist ein enormer Wirtschaftsfaktor in Australien. Auf der Rangliste der Exportgüter rangierte in 2011 Bildung auf Platz drei (nach Kohle und Eisen). Mit einem Exportvolumen von insgesamt 15.3 Mrd AUD (wovon australische Hochschulen 9.8 Milliarden erwirtschafteten) generiert dieser Sektor mehr Mittel als der Tourismus. Dabei werden nur die Ausgaben ausländischer Studenten für Gebühren, Waren und Dienstleistungen in Australien abgebildet. Australische Bildungsangebote im Ausland, etwa Ableger australischer Unis in Asien, werden nicht erfasst.

Bildungspolitik

  • Für die nationale Bildungspolitik Australiens ist das Department of Education, Employment and Workplace Relations (DEEWR) verantwortlich, welches auf Bundesebene den bildungspolitischen Rahmen setzt und Richtlinien erlässt. Auf Landeseben liegt die jeweilige Zuständigkeit bei den Departments of Education and Training (DET). Im Ausland wird das australische Bildungswesen von Australian Education International (AEI) repräsentiert, welches dem DEEWR zuzuordnen ist. AEI verfolgt das Ziel, das australische Bildungsangebot in ausgewählten Zielländern zu vermarkten.

Bildungsorganisationen

  • Zu den australischen Bildungsorganisationen zählt im weiteren Sinne die Tertiary Education Quality and Standards Agency (TEQSA), die in 2011 die Australian Universities Quality Agency (AUQA) abgelöst hat und als unabhängige nationale Behörde das Qualitätsmanagement der Hochschulen Australiens überwacht. Um einheitliche und transparente Standards in der Lehre landesweit zu gewährleisten, evaluiert und kontrolliert TEQSA regelmäßig die Leistungen aller Universitäten.
  • Das an das britische Modell angelehnte Schulsystem fällt in den Verantwortungsbereich der Bundesstaaten und Territorien. Die regionalen Zuständigkeiten spiegeln sich in einer Vielfalt von Regelungen wieder, wie beispielsweise der Untergliederung der einzelnen Schulstufen und die jeweils geltenden Prüfungsordnungen.
  • Zusätzliche Komplexität resultiert aus der Koexistenz von staatlichen und privaten Schulen, zu denen etwa ein Viertel aller Einrichtungen zählt. Ein Großteil der Privatschulen wird von religiösen Institutionen geführt oder von Stiftungen finanziert. Die ebenfalls privaten 'International Colleges' wenden sich mit Ihrem Angebot an intensiv- Englischsprachkursen insbesondere an Schüler aus dem asiatisch-pazifischen Raum.
  • Zu den Pflichtfächern zählen Englisch, Mathematik, eine Fremdsprache, sowie eine Geistes- oder Naturwissenschaft. Während staatliche Schulen in der Regel eine breitere Fächervielfalt bieten, punkten Privatschulen mit ihrem Angebot zur fachlichen Spezialisierung. Während staatliche Schulen nur ein geringes nominelles Schulgeld erheben, betragen die Schulgebühren der Privatschulen bis zu 20.000 AUD pro Schuljahr (je nach Reputation).
  • Das Tragen der Schuluniform ist für alle Schüler Pflicht, was sowohl als Ausdruck von Tradition als auch Disziplin zu verstehen ist. Auffallend ist die hohe Anzahl von reinen Jungen- und Mädchenschulen, die oft einen Teil ihrer Schüler in schuleigenen Internaten unterbringen. 
  • Einheitlich geregelt ist die Schulpflicht, die von sechs bis einschließlich fünfzehn Jahren besteht. Nach zehn Schuljahren besteht die Möglichkeit, an einer staatlichen oder privaten Berufsakademie eine Ausbildung aufzunehmen. Mit erfolgreichem Abschluss der 12. Klasse der Senior Secondary School erlangt der Schüler die Hochschulzugangsberechtigung.
  • Die in der Abschlußprüfung erzielten Leistungen sind Grundlage für das Auswahlverfahren der Universitäten, das auf dem Universities Admission Index aufbaut. Dabei werden die erbrachten schulischen Leistungen in den Pflicht- und den gewählten Wahlfächern in Relation zu den Ergebnissen und Fächerkombinationen der Mitschüler gesetzt, um eine Vergleichbarkeit der Leistungsfähigkeit zu erreichen.
  • Bildungspolitische Diskussionen werden insbesondere über die (finanzielle) Bevorzugung einzelner Sektoren des Bildungssystems im Rahmen der Chancengleichheit geführt (öffentliches Schulwesen versus Privatschulen).
  • Australische Schüler schnitten bei allen durchgeführten PISA Vergleichsstudien der OECD (Programme for International Student Assessment) überdurchschnittlich ab. In allen 3 getesteten Gebieten der Lesekompetenz (Reading Literacy), mathematischen Grundbildung (Mathematical Literacy) sowie der naturwissenschaftlichen Grundbildung (Scientific Literacy) belegte Australien einen der Top 10 Plätze.
  • Australiens Universitäten garantieren hervorragende Studienbedingungen, international anerkannte Abschlüsse und ein attraktives Lebensumfeld. Sieben der insgesamt 40 australischen Universitäten werden im QS World University Ranking der Top 100 Universitäten aufgeführt. Darunter fällt die im Jahre 1850 gegründete University of Sydney, Australiens älteste Universität. Ein Studium in Australien wird somit als Eintrittskarte zu einer internationalen Karriere auf höchstem Niveau gewertet.
  • Belief sich die Zahl ausländischer Studenten im Jahr 2000 noch auf 180.000, so stieg im folgenden Jahrzehnt deren Zahl auf über 400.000. Damit bilden internationale Studenten einen Anteil von 28% an der Gesamtanzahl der Studenten in Australien, die insgesamt ca. 1.2 Millionen beträgt (Stand 2010). Australien ist mit einem Marktanteil von 7% der dritt größte Anbieter internationaler Bildung hinter den USA (18%) und Großbritannien (10%). Fast ein Drittel der ausländischen Studieren stammen aus China, gefolgt von Indien (10%) und Korea (5%). Typischerweise sind die Studierenden aus dem Ausland zwischen 20 und 24 Jahre alt. Das Verhältnis von männlichen zu weiblichen Studierenden (52% zu 48%) ist weitestgehend ausgeglichen.
  • 38 der 40 Universitäten Australiens sind staatlich finanziert. Internationale Studenten müssen an allen australischen Universitäten Studiengebühren bezahlen. Diese betragen pro Jahr mindestens 12.000 A$ für geisteswissenschaftliche Fächer, 16.000 A$ für Ingenieurwissenschaften und bis zu 24.000 A$ für laborintensive Studiengänge wie Medizin.
  • Die offizielle Regierungs-Webseite www.studyinaustralia.gov.au informiert internationale Studenten über Lehrangebot, Institutionen, Studien- und Lebenshaltungskosten, Bewerbungsmodalitäten sowie Visa-Erfordernisse.
  • Der Anteil der Personen, die einen Abschluss im Tertiärbereich (Universitäten und Fachhochschulen) erworben haben, liegt in Australien bei 66%. Der OECD-Schnitt liegt entspricht 50%, wobei Deutschland mit 28% deutlich unter diesem Durchschnittswert liegt.
  • Australiens Aus- und Weiterbildungssektor umfasst sowohl öffentliche als auch private Bildungsinstitutionen, die sogenannten Registered Training Organizations (RTOs). Staatlich geförderte bzw. öffentliche Bildungsinstitutionen werden als  Colleges oder Institutes of Technical and Further Education (TAFE) bezeichnet. TAFE Einrichtungen bieten verschiedene Kurse an, die zum Erwerb eines Certificate Level, Advanced Diploma oder Bachelorabschlusses führen. Das Angebot der TAFE Institute deckt die gesamte Bandbreite an Fächern in den traditionellen Bereichen wie Business und Informationstechnologie an. An manchen Standorten werden auch sehr spezifische Kurse angeboten, die sich an den Anforderungen der umliegenden Industrie orientieren.
  • Ähnlich der TAFE Institute, bilden auch die privaten Einrichtungen in den Standard-Fächern aus. Oftmals sind die privaten Anbieter jedoch spezialisiert auf eine Industrie, wie beispielsweise Tontechnik oder Graphik Design. An diesen unabhängigen Bildungseinrichtungen können Abschlüsse vom Certificate bis hin zum Bachelor erworben werden. Eine kleine Anzahl ist zudem dazu akkreditiert Master Programme anzubieten. Die Abschlüsse des australischen Aus- und Weiterbildungssektors sind weltweit anerkannt. 
  • Australiens Bildungssystem bietet einen flexiblen Zugang zur Hochschule. Mit dem an einer TAFE Einrichtung oder einer privaten Ausbildungsstätte erworbenen Abschluss, können Studenten die erforderlichen Credit Points erzielen, um sich für das 2. Studienjahr an einer Universität einzuschreiben. Inwieweit die vorherige Ausbildung von einer Universität anerkannt wird, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Beispielsweise spielen die Inhalte der beruflichen Ausbildung sowie die Anzahl der verfügbaren Studienplätze eine wichtige Rolle. Diese Vorgehensweise ermöglicht einer breiten Bevölkerungsschicht einen flexiblen Zugang zur akademischen Bildung.
  • Bei der Berufsausbildung werden Apprenticeships (klassisches Handwerk) und Traineeships (moderne Ausbildungsberufe) unterschieden. Bei beiden Formaten handelt es sich um strukturierte Programme, die innerbetriebliche Ausbildung mit einer theoretischen Ausbildung kombinieren. Nach erfolgreichem Abschluss erhalten die Auszubildenden von der Registered Training Organization (RTO) einen national anerkannten Abschluss. Auszubildende können aus über 500 verfügbaren Ausbildungsprogrammen wählen. Auch Schüler können bereits im Alter von 15 Jahren ihre Ausbildung parallel zum Schulbesuch beginnen. Apprenticeships decken das klassische Handwerk ab und dauern etwa 3-4 Jahre. Traineeships wiederum finden in den nicht–gewerblichen Bereichen statt und weisen eine  durchschnittliche Dauer von 1 bis 3 Jahren auf. Beide Ausbildungsangebote stehen sowohl neuen als auch bereits angestellten Mitarbeitern zur Verfügung und können in Teilzeit, Vollzeit oder rein schulisch absolviert werden. Den Auszubildenden steht ein Gehalt zu, welches vertraglich geregelt ist. Das Vertragswerk wird von dem zuständigen Bildungs-Department abgewickelt.
  • Apprenticeships und Traineeships sind kompetenz-basiert, was bedeutet, dass nicht die Ausbildungsdauer im Mittelpunkt steht, sondern vielmehr Auszubildende daran gemessen werden, welche Kompetenzen sie erzielen. So kann ein Auszubildender beispielsweise seine Ausbildungszeit verkürzen, indem er Industrie-relevante Fähigkeiten und Erfahrungen nachweist, die er bereits vor Beginn seiner Ausbildung erworben hat. Ausbildungsprogramme werden auch von den sogenannten Group Training Organizations (GTO) angeboten. GTO stellen Auszubildenden ein und vermitteln diese dann weiter an andere Arbeitgeber – im Regelfall kleinere Betriebe. Die Australische Regierung stellt Fördermittel und Subventionen für Arbeitgeber sowie für Auszubildende zur Verfügung. Zusätzliche finanzielle Unterstützung erhalten Studenten aus ländlichen Einzugsgebieten, Eingeborene und Studenten mit einer Behinderung.

Weiterführende Informationen

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Aus- und Weiterbildung im Überblick

Linksammlung

ABS

The Australian Bureau of Statistics (ABS) provides access to the full range of ABS statistical and reference information.

AEI

Australian Education International promotes the Australian education and training industry to the world and provides information on the benefits of studying in Australia for overseas students.

AWPA

The Australian Workforce and Productivity Agency (AWPA) undertakes research and analysis of current and emerging workforce skills needs in key sectors of the Australian economy.

BIBB

German Federal Institute for Vocational Education and Training (BIBB) conducting research and development, consultancy and other services in connection with the vocational training field.

DFAT

Australian Department of Foreign Affairs and Trade.

EDVANCE

The German Network for Vocational Education and Training is a major international contact partner for issues relating to German vocational education and training.

Group Training Australia

Group Training Australia is the national association for the group training network, Australia's largest employer of apprentices and trainees.

NCVER

The National Centre for Vocational Education Research (NCVER) collects, analyses, publishes and disseminates research and statistics on vocational education and training.

Skillsroad

Online career resource and jobs board designed for apprentices and trainees.

TAFE NSW

Largest, most experienced provider of vocational education and training in NSW.

State Training Services

State Training Services provides vocational education and training advice and information to apprentices and trainees and their employers, industry and training providers.

VOCED

The Tertiary Education Research Database - a web-based international database of abstracts on vocational education and training research, policy and practice, produced by NCVER.

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